Führung & Führungsrollen

Einführung

🎧 Hier kannst Du im Podcast erst einmal ganz entspannt ins Thema reinhören.

In dieser Podcastfolge wird genau über die Inhalte gesprochen, die Du auch gleich im Text lesen wirst. Du kannst also hören, lesen oder beides kombinieren. Ganz wie es für Dich am besten passt.

(Dieser Podcast wurde mit KI produziert.)

Führung als gemeinsame Verantwortung.

Was sind eigentlich Führung und Führungsrollen?

Kaum ein anderer Begriff ist in Organisationen so präsent und gleichzeitig so unterschiedlich verstanden wie Führung. Für manche Menschen wirkt Führung selbstverständlich. Für andere ist sie eine Aufgabe, die sie erfüllen sollen und die sie manchmal auch überfordert.

Erwartungen an Führung sind oft hoch, vielfältig und gleichzeitig selten eindeutig. Führung bedeutet weit mehr als anzuweisen oder zu kontrollieren. Sie umfasst, Menschen zu begleiten, Orientierung zu geben, Entwicklung zu ermöglichen und Konflikte zu klären. Führung heißt auch, Strukturen zu gestalten, Entscheidungen zu treffen und ein verlässliches Vorbild zu sein.

Diese vielen Aufgaben von einer einzelnen Person zu erwarten, ist kaum leistbar und führt schnell zu Überlastung. Deshalb braucht es eine neue Sichtweise: Führung muss nicht allein von einer Person in einer bestimmten Position getragen werden. Sie kann auf mehrere Rollen verteilt werden.

Führung heißt, Mitarbeiter sachbezogen einzusetzen, zu motivieren und für ihre Fähigkeiten die Entfaltungsräume zu schaffen.
(Rita Süssmuth)

Jede Organisation braucht Führung als verbindende Kraft zwischen Menschen, Aufgaben und der gemeinsamen Ausrichtung. Führung muss jedoch nicht heroisch sein. Wenn Führungsaufgaben benannt und entsprechend Kompetenzen und Verantwortung verteilt werden, können Einzelpersonen entlastet werden. So wird Führung wirksam, ohne zu überfordern.

Im Gesundheitswesen wird dies besonders sichtbar, da operative und führende Aufgaben häufig ineinandergreifen. Wenn Führungsaufgaben nicht klar sind, entstehen Missverständnisse, Überforderung und unausgesprochene Erwartungen.

In selbstorganisierten Teams wird dies noch wichtiger. Selbstorganisation bedeutet nicht, dass es keine Führung gibt. Je mehr Verantwortung Teams übernehmen, desto klarer müssen Führungsrollen und Entscheidungswege sein. Selbstorganisation funktioniert nur dann stabil, wenn Führung transparent, reflektiert und bewusst verteilt gestaltet wird. So entsteht ein System, in dem Verantwortung gemeinsam getragen wird.

Typische Herausforderungen in Organisationen

Führung wirkt oft selbstverständlich, ist im Alltag aber häufig nicht klar.

  1. Führung wird mit Macht verwechselt: „Wer führt, entscheidet alles.“
    Dadurch entsteht Kontrolle statt Entwicklung.
    Beispiel: Eine Stationsleitung entscheidet jede Kleinigkeit selbst, um Stabilität zu sichern. Das Team wird abhängig und Eigenverantwortung entsteht nicht.
  2. Führung ist an eine Person gebunden, unabhängig von Kompetenz oder Kapazität:
    Führung wird oft automatisch an die Position geknüpft.
    Beispiel: Eine erfahrene Pflegefachkraft wird zur Leitung, weil sie lange im Team ist und fachlich stark ist. Fehlende Führungskompetenz führt jedoch schnell zur Überlastung.
  3. Führungsrollen und Erwartungen bleiben unausgesprochen:
    Alle erwarten etwas, aber niemand sagt klar, was genau.
    Beispiel: Das Team erwartet, dass die Leitung Konflikte moderiert. Die Leitung erwartet, dass das Team Konflikte selbst löst. Am Ende passiert nichts.
  4. Führung wird personalisiert statt systemisch betrachtet:
    Herausforderungen werden der Führungskraft zugeschrieben, statt sie im System mitzudenken.
    Beispiel: Wenn Abläufe unklar sind oder Ressourcen fehlen, wird die Leitung verantwortlich gemacht und soll das Problem allein lösen.

Reflexionsfragen für Dich

Nimm Dir jetzt einen kurzen Moment Zeit, um über dieses Thema nachzudenken.
Vier kurze Fragen helfen Dir dabei, Deine Gedanken und bisherigen Erfahrungen festzuhalten.

Du kannst Deine Antworten zum Schluss herunterladen. Deine Eingaben werden hier nicht gespeichert.

Führen und Führungsrollen im Fokus

So geht es im Fokusbereich weiter. Du...

        • lernst die verschiedenen Dimensionen von Führung kennen bezogen auf Mensch, Team, System und Ergebnis.
        • unterscheidest zwischen Führung als Position und Führung als Rolle und warum das einen Unterschied macht.
        • reflektierst Deine eigene Führungsrolle und Deinen Beitrag zum Gesamtsystem.
        • entwickelst erste Ansätze für geteilte Führung in Deinem Team oder Projekt.

Welche der folgenden Aussagen passt im Moment am ehesten zu Dir?
Sie kann dir helfen, den passenden Fokus für den nächsten Schritt zu wählen.

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🧩 Führungsaufgaben erkennen und im System verorten

Führung wirkt dann gut, wenn klar ist, wofür sie gebraucht wird.

In diesem Modul entwickelst Du ein systemisches Verständnis der verschiedenen Führungsdimensionen, erfährst, wie sich Führung im Wandel der Zeit verändert hat, und lernst, wie Führungsrollen klar, wirksam und realistisch gestaltet werden, um Orientierung zu gewinnen und Überforderung zu reduzieren.

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🧩 Führung gemeinsam tragen durch verteilte Führungsrollen

Führung wird wirksam, wenn sie sichtbar, bewusst gestaltet und verteilt wird.

In diesem Modul erfährst Du, wie Führung jenseits von Positionen funktioniert und gemeinsam getragen werden kann, so dass Teams Führung wirksam miteinander gestalten.